„Deut­sche Meis­ter­schaften“ beim Nach­bar­duell zwi­schen Vaduz und Grabs

Im letzten NLA-Hinrundenspiel empfängt der SRC Vaduz «Nachbar» Grabs. Dabei stehen sechs Legionäre auf den Courts, fünf davon aus Deutschland. Der SRCV ist bei diesem immer brisanten Duell in der Aussenseiterrolle, will sich aber so teuer wie möglich verkaufen.

Nach sechs Runden ist klar, Grabs zählt auch heuer wieder zu den grossen Titelanwärtern, führt derzeit die Tabelle punktgleich mit Bern an (jeweils 16 Punkte). Vaduz hinkt der eigenen Zielsetzung, das Erreichen der Play-offs (Top-4), hingegen hinterher. Die Residenzler (6.) kamen bisher auf sechs Zähler und sind bereits fünf Punkte von Platz vier entfernt. Diese Lücke zu schliessen, wird im siebten und letzten Hinrundenspiel ganz schwer.

Obwohl der SRCV seit längerer Zeit wieder auf Legionäre zurückgreifen kann, ist Grabs klarer Favorit. Für die Vaduzer stehen heute die beiden Deutschen Yannik Omlor und Jens Schoor im Einsatz. Das Quartett vervollständigen David und Patrick Maier. Eigentlich eine starke Aufstellung, wäre da nicht die Konkurrenz aus der benachbarten Schweiz. Grabs reist mit gleich vier Ausländern an und setzt mit Raphael Kandra, Valentin Rapp und Rudi Rohrmüller ebenfalls auf viel Power aus Deutschland. Dazu kommt noch der frischgebackene österreichische Meister Aqeel Rehman.

Dass es im Vaduzer Squash House heute nun zu einer fast Deutschen Meisterschaft kommt, ist der Streichung der Weltmeisterschaft (7. bis 12. Dezember) geschuldet. Der Squash Weltverband sagte die Titelkämpfe in Malaysia wegen der nicht erteilten Visa für das israelische Team ab («Volksblatt» berichtete). Raphael Kandra, Valentin Rapp und Yannik Omlor wurden für den deutschen Kader nominiert und wären jetzt eigentlich schon unterwegs Richtung Malaysia. Statt in Kuala Lumpur spielt das Trio nun in Vaduz auf. Dazu kommen noch Jens Schoor und Rudi Rohrmüller. Somit stammen heute gleich fünf der acht involvierten Spieler aus Deutschland.
Auf den vorderen Positionen kommt es auch zu Direktduellen. Auf der Eins misst sich SRCV-Neuzugang Yannik Omlor mit Raphael Kandra. Angesichts der Weltranglisten-Platzierung ist Kandra, der im PSA-Ranking auf Platz 19 geführt wird, gegen Omlor (103) Favorit. Auf der Position 2 zeigt das Pendel auch Richtung Grabs. Jens Schoor, der seit zwei Jahren nicht mehr Profi ist, bekommt es mit Valentin Rapp (PSA 100) zu tun. Zu einer Revanche kommt es auf der Position 3 zwischen David Maier (PSA 211) und Aqeel Rehmann (PSA 96). Ende Oktober standen sich diese beiden Spieler im Finale der österreichischen Meisterschaft in Freilassing gegenüber. Dort gewann Rehman mit 3:0 und holte sich den Meistertitel. «Das ist sicher eine schwere Aufgabe, aber David hat Chancen, sich durchzusetzen», weiss sein Bruder Patrick Maier, der auf Position 4 Rudi Rohrmüller gegenübersteht. «Rohrmüller ist ein starker Spieler, kommt aber von einer Verletzung zurück. Von da her ist es schwierig, eine Prognose abzugeben», so Patrick Maier.

Obwohl die Latte heute für den SRC Vaduz gegen Grabs sehr hoch liegt, können sich die Fans angesichts der Aufstellungen auf hochstehenden Squashsport freuen.
Mit der Partie gegen Grabs wird heute die Hinrunde in der Nationalliga A abgeschlossen. Weiter geht es für den SRC Vaduz am 20. Januar mit dem Heimspiel gegen Uster. Und schon jetzt ist klar, um sich doch noch für die Play-offs zu qualifizieren, braucht der SRCV im neuen Jahr einen guten Lauf.

(Quelle: Liechtensteiner Volksblatt, 2. Dezember 2021)