Play-offs in weiter Ferne: SRC Vaduz nach der Hin­runde auf Rang sechs «verbannt»

Mit der 1:3-Niederlage gegen Sihltal schloss der SRC Vaduz die NLA-Hinrunde auf Rang sechs ab, liegt bereits neun Punkte hinter dem angestrebten Play-off-Platz. «Wir haben uns sicher mehr erhofft, aber die bisherige Saison lief für uns sehr unglücklich – auch wegen der Coronasituation», so Spieler und Technischer Leiter beim SRCV, Patrick Maier.

Bereits in der letzten Saison 2019/20 nahm das Coronavirus Einfluss auf die NLA-Meisterschaft. Der Grunddurchgang, den der SRC Vaduz hinter Grabs und Uster auf dem starken dritten Rang abschloss, konnte zwar noch beendete werden, die Play-offs der besten vier Teams mussten aber auf den September verschoben werden. Die Entscheidung um den Titel ging dann ohne den SRCV, der auf eine Teilnahme verzichtete, über die Bühne.

Nach diesem sicher nicht wunschgemässen Saisonausklang legten die Residenzler das Augenmerk auf die neue Spielzeit. Ganz sorgenfrei war man dabei nicht. «Die Coronazeit mit dem Lockdown war für uns, aber auch für alle anderen Clubs, nicht einfach – vor allem finanziell. Da wir einige Anlässe nicht durchführen konnten, ist diesbezüglich doch ein Loch entstanden», sagte SRCV-Spieler und Technischer Leiter Patrick Maier vor dem Start in die Saison 2020/21 im Oktober. Dementsprechend waren auch die Planungen für das NLA-Team nicht ganz einfach. In Sachen Kader kam es zu einigen Änderungen. Davide Bianchetti amtete nicht mehr als Spielertrainer. Der Italiener blieb dem SRCV aber als Spieler erhalten. Die Einsätze der beiden Routiniers Roger Baumann und Michel Haug sollten überschaubarer werden, sie wollten kürzer treten. Mit David Maier, Patrick Maier und Dany Oeschger waren noch drei Spieler vom letztjährigen Kader dabei. Neu zum Team stiess der Juniorenspieler Louai Hafez als Leihgabe von Uster. In der Hinterhand hatte der SRC Vaduz auch noch einen weiteren Legionär. Und zwar Italiens Nummer 1 Yuri Farneti. Trotz der Mutationen hatte sich der SRCV, der 2004 und 2012 den NLA-Titel gewann, auch in der Saison 2020/21 ein klares Ziel gesetzt. «Sportlich wollen wir wie in den vergangenen Jahren die Play-offs erreichen», sagte Patrick Maier.

Und der SRC Vaduz startete im Oktober 2020 mit einer Niederlage (1:3 gegen Bern) und einem Sieg (3:1 gegen die Panthers aus Kriens) in die Saison 2020/21. Danach war schon wieder Schluss. Ende Oktober verschärfte der Schweizer Bundesrat die Massnahmen im Kampf gegen Covid-19 drastisch, dies hatte zur Folge, dass Swiss Squash die Interclubspiele aller Ligen per sofort aussetzte. Dies war erneut keine einfache Situation für den SRCV, der schon über 20 Jahre eine fixe Grösse in der Schweizer Nationalliga A ist. Lange war danach auch nicht klar, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird. Anfang März ging es dann aber sehr schnell. Basierend auf den Vorgaben von Swiss Olympic wurde die Nationalliga A als eine semiprofessionelle Liga eingestuft. Somit konnte die Meisterschaft, natürlich unter Einhaltung der vorgeschriebenen Corona-Schutzmassnahmen, wieder starten. «Es ging alles sehr schnell und war sehr kurzfristig», berichte SRCV-Vizepräsident Peter Maier vor dem Re-Start. «Eine vernünftige Vorbereitung war eigentlich unmöglich.»
Und so ging das erste Spiel gegen den Vorjahresmeister Grabs auch mit 0:4 verloren. Die Residenzler spielten dabei ohne Legionäre, dies sollte auch in den nächsten drei Runden gegen Uster (0:4), Pilatus Kriens (1:3) und zuletzt Sihltal (1:3) so bleiben. Auch hier gab es für den SRCV keine Punkte. Damit stehen die Liechtensteiner nach der Hinrunde mit lediglich drei Zählern auf dem sechsten Rang. Auf den vierten und damit letzten Play-off-Platz fehlen schon neun Punkte. Damit ist das sportliche Saisonziel bereits in weite Ferne gerückt.

«Natürlich haben wir uns mehr erhofft, wir haben eindeutig zu wenig Punkte auf dem Konto», weiss Patrick Maier, der aber auch darauf hinweist, dass die Saison für den SRCV sehr unglücklich verlaufen ist. «Seit dem Re-Start konnten wir keine Legionäre einsetzen. Bei Davide Bianchetti und Yuri Farneti ist es mit der An- und Abreise aus Italien nicht ganz einfach. Zudem ist es natürlich auch eine finanzielle Sache. Hier hat uns das Coronavirus schon sehr getroffen, es ist derzeit keine einfache Situation für den Klub. Weiters mussten wir in den letzten beiden Spielen auch auf den angeschlagenen Louai Hafez verzichten.» So kamen die beiden Routiniers Roger Baumann und Michel Haug, die eigentlich kürzer treten wollten, zu vermehrten Einsätzen. Nicht unerwähnt will Maier auch die Konkurrenz lassen. «Die NLA ist ausgeglichen und die Teams vor uns sind wirklich stark.» In Summe waren es für Vaduz zu viele Hindernisse, die sich in der Tabelle niederschlugen.

Auch wenn die Play-offs derzeit ausser Reichweite scheinen, wollen sich die Vaduzer in der Rückrunde so teuer wie möglich verkaufen. «Wir gehen die Spiele topmotiviert an, wollen natürlich auch noch einige Punkte einfahren. Klar ist aber, dass es schwer wird, noch auf den vierten Platz vorzukommen.» Zum Rückrundenstart trifft der SRCV Vaduz am kommenden Donnerstag auf das fünftplatzierte Bern. Louai Hafez sollte dann wieder einsatzfähig sein. Auch Davide Bianchetti ist ein Thema. «Wir planen schon noch mit Davide, vielleicht klappt es bereits gegen Bern», so Patrick Maier.
Laut derzeitigem Stand sollte die Qualifikationsrunde der NLA-Meisterschaft bis Mitte Juni dauern und die Play-offs im September gespielt werden. Und hier könnte es, falls es der SRCV doch noch schafft, zu einer Terminkollision kommen. Im September nehmen die Residenzler an der Klub-EM teil.

(Quelle: Liechtensteiner Volksblatt, 17. April 2021)