SRC Vaduz startet NLA-Saison gegen Bern: Einige Kader­än­de­rungen, aber glei­ches Ziel

In der Nationalliga A, die nur noch aus sieben Teams besteht, wird ab morgen wieder aufgeschlagen. Beim SRC Vaduz kam es in Sachen Kader doch zu einigen Änderungen, das Ziel bleibt aber wie in den Jahren zuvor das gleiche: das Erreichen der Play-offs. Los geht die Punktejagd für den SRCV mit dem Heimspiel gegen Bern.

In der letzten Saison spielte der SRC Vaduz einen starken Grunddurchgang, belegte nach 14 Runden hinter Grabs und Uster den dritten Rang und qualifizierte sich souverän für die Play-offs. Das grosse Finale um den Titel, welches im März angesetzt war, musste dann aber wegen des Corona-Lockdowns auf den 18. und 19. September verschoben werden. Die Play-offs gingen aber ohne Vaduz über die Bühne. Wie SRCV-Vizepräsident Peter Maier berichtete, gab es im Vorfeld diverse Unstimmigkeiten innerhalb der Clubs und des Schweizer Verbandes, weshalb die Vaduzer auf eine Teilnahme verzichteten («Volksblatt» berichtete). Den Titel sicherte sich zum zweiten Mal in Folge Grabs mit einem Finalsieg gegen Uster.

Nach diesem sicher nicht wunschgemässen Saisonausklang haben die Residenzler das Augenmerk aber schon länger wieder Richtung neuer Spielzeit, die morgen Donnerstag startet, gerichtet. Ganz sorgenfrei ist man dabei nicht. «Die Coronazeit mit dem Lockdown war für uns, aber auch für alle anderen Clubs, nicht einfach – vor allem finanziell. Da wir einige Anlässe nicht durchführen konnten, ist diesbezüglich doch ein Loch entstanden», weiss SRCV-Spieler und Technischer Leiter Patrick Maier. Dementsprechend seien auch die Planungen für das NLA-Team nicht ganz einfach gewesen. So kommt es auch in Sachen Kader zu einigen Änderungen. Davide Bianchetti wird nicht mehr als Spielertrainer amten. Der Italiener bleibt dem SRCV aber begrenzt erhalten. «Wir sind so verblieben, dass wir im Bedarfsfall noch auf Davide als Spieler zurückgreifen können», so Patrick Maier. «Wie oft das sein wird, hängt vom Saisonverlauf und dem jeweiligen Gegner ab.» Auch Jens Schoor scheint vorerst nicht auf der Kaderliste auf. «Derzeit planen wir ohne Jens.» Ganz abgehakt ist dieses Thema noch nicht. Der deutsche Legionär könnte auch noch sporadisch das SRCV-Dress überziehen. «Auch hier müssen wir zuerst schauen, wie sich die Saison entwickelt.» Ebenfalls überschaubar werden wohl auch die Einsätze der beiden Routiniers Roger Baumann und Michel Haug sein. «Sie haben uns mitgeteilt, dass sie etwas kürzer treten wollen und das akzeptiert der Club auch. Ich hoffe aber, dass uns der eine oder andere für ein paar Spiele zur Verfügung stehen wird.»
Ganz sicher dabei vom letztjährigen Team sind David Maier, Patrick Maier und Dany Oeschger. David Maier war schon in der Vorsaison eine gros­se Stütze für den SRCV und hat sich im Schweizer Ranking bereits auf Position 7 vorgespielt. Auf ihn ist sicher auch heuer Verlass. Patrick Maier ist die Nummer 20 der Schweiz und ebenfalls eine feste Grösse im Team. Dany Oeschger wird wohl nur vereinzelt zum Einsatz kommen.

Es gibt aber auch neue Gesichter in Vaduz. So können sich die Fans auf südländische Power freuen. Mit Yuri Farneti spielt Italiens Nummer 1 für den SRCV auf. Der 24-Jährige wird derzeit in der Weltrangliste auf Position 120 geführt und spielt seit 2014 auf der PSA-Tour. Mit der italienischen Nationalmannschaft nahm er an mehreren Europameisterschaften teil. Im Einzel erreichte er 2016, 2017 und 2018 jeweils das Achtelfinale. Zudem vertrat er Italien bei den World Games 2017. Von 2015 bis 2019 wurde er zudem fünfmal in Folge italienischer Meister. Eine echte Verstärkung also. Patrick Maier: «Der Kontakt zu Yuri kam über Davide zustande.» Der Italiener wird aber nicht bei jedem Spiel dabei sein. «Das ist natürlich auch eine finanzielle Sache.» Weiter haben die Liechtensteiner auch den Juniorenspieler Louai Hafez als Leihgabe von Uster übernommen. «Louai ist ein aufstrebendes Talent, das wir fix in unserer Aufstellung eingeplant haben.»

Trotz der Mutationen hat sich der SRCV, der 2004 und 2012 den NLA-Titel gewann, auch heuer ein klares Ziel gesetzt. «Sportlich wollen wir wie in den vergangenen Jahren die Play-offs erreichen», sagte Patrick Maier, der sich aber auch bewusst ist, dass eine diesbezügliche Vorhersage nicht einfach ist. «Die letzten Monate waren wegen des Corona­virus nicht einfach für unseren Club, dies gilt natürlich auch für alle anderen Vereine. Und wir wissen auch nicht genau, wie die nächsten Wochen und Monate ausschauen. Das macht unsere Planung nicht einfach. Daher müssen wir einfach schauen, wie sich die Spielzeit entwickelt und dann das Beste daraus machen.»
Um die Trainingsangelegenheiten bei Vaduz kümmert sich derzeit hauptsächlich Peter Maier, der über eine ausgezeichnete Squash-Ausbildung verfügt.

Insgesamt nehmen mit Vaduz, Bern, Grabs, Uster, Sihltal, Panthers Kriens und Pilatus Kriens sieben Teams die NLA-Saison 2020/21 in Angriff. Nicht mehr dabei sind die Pythons aus Kriens. Zu den Favoriten zählen sicher wieder Grabs, Uster und Sihltal. Gespielt wird wie in der letzten Saison mit einem Grunddurchgang (Hin- und Rückspiele). Die vier besten Teams qualifizieren sich für das Play-off um den Meistertitel.

Den Auftakt in die Saison 2020/21 bestreitet der SRC Vaduz morgen Donnerstag im heimischen Squash House gegen Bern. Dabei müssen die Residenzler auf den leicht angeschlagenen Louai Hafez verzichten und somit ergibt sich folgendes Quartett für das Startspiel: Davide Bianchetti, David Maier, Patrick Maier und Dani Oeschger. Bern spielte in der letzten Saison bis zum Schluss um die Play-off-Plätze mit, ist also alles andere als ein leichter Gegner. Bianchetti bekommt es auf der Position 1 mit dem Ägypter Tarek Shehata zu tun. Das düfte, wie auch die Spiele auf den Positionen drei und vier zwischen Patrick Maier und Ilja Stucki sowie Dani Oeschger und Kevin Brechbühl, eine ausgeglichene Angelegenheit sein. Leicht zu favorisieren ist hingegen David Maier auf der Postion zwei gegen Jakob Känel. «David ist gut in Form, das hat er zuletzt mit dem dritten Rang beim Turnier in Uster bewiesen», weiss sein Bruder Patrick Maier, der natürlich hofft, dass es zum Saisonstart Punkte gibt.
Die weiteren Partien der ersten Runde lauten Pilatus Kriens – Sihltal und Uster – Panthers Kriens. Titelverteidiger Grabs ist spielfrei.

  • Position 1: Davide Bianchetti (ITA) – Tarek Shehata (EGY)
  • Position 2: David Maier (SUI 8) – Jakob Känel (SUI 11)
  • Position 3: Patrick Maier (SUI 22) – Ilja Stucki (SUI 14)
  • Position 4: Dani Oeschger (SUI 41) – Kevin Brechbühl (SUI 30)

(Quelle: Liechtensteiner Volksblatt, 7. Oktober 2020)