Erster Platz mit zwei Gesichtern

 

Mit dem 3:1-Erfolg gegen Uster sichert sich der SRC Vaduz in der Qualifikationsrunde der NLA Platz eins. In den Play-offs kommt es nun zum Duell mit Sihltal (4.) – «Der grosse Favorit auf den Meistertitel», wie Spielertrainer Davide Bianchetti sagt.

Ganz befreit konnten die Vaduzer Squasher ihre letzte Meisterschaftsrunde in Angriff nehmen, denn die Qualifikation für die Play-offs hatten sie sich schon im zweitletzten Kräftemessen mit einem 2:2 in Bern gesichert. Dass der Abschlusssieg gegen Uster – es war der zwölfte in dieser Saison – den Residenzlern dann auch noch Platz eins in der Qualifikationsrunde bescherte, ist «sehr erfreulich», wie Spielertrainer Bianchetti festhält. «Es war eine wirklich gute Saison. Im Kampf um den Meistertitel spielt es zwar keine Rolle, dennoch ist die Freude gross», so der italienische Legionär. Tatsächlich kann sich der heimische Squashclub vom ersten Rang nichts kaufen. In den Play-offs, die am 6. und 7. April in Uster über die Bühne gehen, werden die Karten noch mal neu gemischt – Vaduz selbst weiss das, denn im letzten Jahr gelang der Vorstoss in die Finalrunde als Viertplatzierter.

Genau mit diesem bekommen es Bianchetti und Co. in der diesjährigen Entscheidungsrunde zu tun. Sihltal heisst der Gegner des SRCV, der sich dank einem 4:0 gegen Bern am letzten Spieltag das Play-off-Ticket noch schnappte. Es ist nicht der «Wunschgegner», wie Bianchetti sagt. «Klar ist es gegen keines der vier qualifizierten Teams einfach. Shiltal ist, wenn sie in Bestbesetzung antreten, allerdings der grosse Favorit auf den Meistertitel.» Neben dem lachenden Auge nach Platz eins gesellt sich al­-so auch ein nicht ganz so fröhliches Auge hinzu. Im zweiten Halbfinalspiel trifft der Tabellenzweite Grabs auf Pilatus Kriens (3.). Ein Duell mit den Kriensern, das wie Bianchetti sagt, vermutlich «die machbarste Aufgabe» gewesen wäre, verspielten sich die SRCV-Akteure mit dem Sieg in Uster. Bei einer Niederlage nämlich, hätte man Rang zwei belegt. «Wir haben bewusst nicht herumkal­kulliert – gebracht hätte das vermutlich sowieso nicht viel. Jetzt heisst der Gegner Sihltal und wir werden unser Bestes geben», so Bianchetti.
Sollte das Team aus dem Kanton Schwyz Anfang April in Uster in Bestbesetzung antreten – was anzunehmen ist – wartet auf die Vaduzer, die neben Bianchetti voraussichtlich Jens Schoor, Roger Baumann und Michel Haug ins Rennen schicken, eine ganz harte Knacknuss. Denn nicht nur, dass Sihltal mit den Profispielern Nicolas Müller und Dimitri Steinmann die Schweizer Nummern 1 respektive 3 in den eigenen Reihen hat, mit ­Lucas Wirths haben sie «vermutlich auch den besten Spieler auf Position 4», erklärt Bianchetti.
Um die Truppe mit Müller, Steinmann, Wirths und Andreas Diezsch ins Wanken zu bringen, brauche es schon einen «sehr guten Abend», wie Bianchetti festhält. «Auf Position 1 und 4 dürfte Sihltal die Nase vorn haben – entscheidend wird mein Spiel auf Position 2 und die Partie von Roger Baumann auf Position 3 sein. Wenn es gut läuft, haben wir da vielleicht eine Chance. Auf jeden Fall werden wir alles versuchen, um möglicherweise ins Finale einziehen zu können.»

Im zweiten Halbfinalspiel sieht der SRCV-Spielertrainer Pilatus Kriens mit leichten Vorteilen – «da kann aber alles passieren.» Für Spannung ist also gesorgt und die Marschrichtung beim Heimteam ist klar: «Erstes Ziel ist das Finale, sollte das nicht gelingen, streben wir den dritten Platz an.» Diesen gab es für die SRCV-Truppe bereits im letzten Jahr – und da schlug man im Spiel um Platz 3 ausgerechnet Sihltal.

(Quelle: Liechtensteiner Volksblatt, 21. März 2018)