Den Blick nach vorn gerichtet

(Quelle: Liechtensteiner Volksblatt, 15. März 2014)

Die SRCV-Damen landeten im NLA-Premierenjahr am Ende der Tabelle. Einer starken Hinrunde folgte eine durchwachsene Rückrunde, aus der für die Zukunft gelernt werden soll.

Das SRCV-Trio in der vergangenen Saison: Nicole Betchem, Julia Schmalz und Nicole Eisler (von links).?(Fotos: Nils Vollmar)

Im Gegensatz zu den Herren, die in der Nationalliga A eine echte Institution sind und auf zwei Meisterschaftsgewinne zurückblicken können, betraten die Damen des SRC Vaduz in dieser Saison Neuland. Für das Premerienjahr in der höchsten Schweizer Spielklasse verstärkte sich der SRCV mit Julia Schmalz, die bei ihrer Verpflichtung die Nummer 5 im Schweizer Ranking war (mittlerweile Nummer 7). Das Trio vervollständigten Nicole Eisler und Nicole Betchem, die in der Rangliste derzeit auf den Positionen 28 bzw. 30 liegen. Angesichts der Klassierungen war klar, dass es eine schwierige Aufgabe wird, zu bestehen.
Die drei Damen waren aber bestens vorbereitet und legten mächtig los. Alle sechs letztlich erreichten Punkte wurden in den ersten vier Partien geholt. Wobei in der 3. Runde mit dem 2:1 gegen Fricktal der erste Sieg in der NLA eingefahren wurde. Julia Schmalz und Nicole Eisler sorgten für die siegbringenden Punkte. «Die Hinrunde ist wirklich gut für uns gelaufen. Wir konnten mehr Punkte einfahren, als erhofft und lagen noch vor Fricktal», so Nicole Betchem.

In der Rückrunde konnte das Punktekonto aber nicht mehr erhöht werden. Alle sechs Spiele gingen 0:3 verloren. Neben der starken Konkurrenz gab es dafür noch weitere gewichtige Gründe. Topspielerin Julia Schmalz ist schwanger, ist in freudiger Erwartung ihres ersten Kindes, das im August das Licht der Welt erblicken wird. Betchem: «Julia wollte in der Rückrunde eigentlich gar nicht mehr spielen, ist dann doch noch einige Male für uns eingesprungen. Verständlicherweise konnte sie ihr Level aber nicht halten.» Für Schmalz kam Mirianda Frick dreimal zum Einsatz. Die Racketlonspielerin verkaufte sich gut, hatte in der NLA aber einen schweren Stand. Auch Nicole Betchem konnte nicht immer topfit antreten. In Summe war das einfach zu viel, um auf diesem Niveau bestehen zu können. «Das war und ist unser Hauptproblem. Der Kader ist zu klein, Ausfälle können wir nicht kompensieren», weiss Betchem.

Versucht haben es die Residenzlerinnen mit der Italienerin Monica Menegozzi, die im Hinblick auf ein mögliches Engagement für die nächste Saison, einige Partien für Vaduz bestreiten sollte. Doch Menegozzi verletzte sich, konnte nicht eingesetzt werden. Die Italienerin ist aber weiter ein Thema. «Wir stehen in Kontakt.» Auch Julia Schmalz will nach ihrer Babypause in der Rückrunde wieder für den SRCV im Court stehen. Nicole Betchem und Nicole Eisler, die wie Frick ein ausgezeichnete Racketlonspielerin ist, sind in der kommenden NLA-Spielzeit – Stand heute – dabei. «Gut wäre natürlich noch eine weitere starke Akteurin, dann wären wir gut aufgestellt. Und mit den in diesem Jahr gemachten Erfahrungen, könnten wir sicher eine bessere Rolle in der Nationalliga A spielen.»
Übrigens: Die Gefahr eines Abstieges bestand für den SRC Vaduz nie. In der NLA sind derzeit sieben Teams im Einsatz und die Verantwortlichen wollen die höchste Spielklasse, wenn möglich, aufstocken.