«In den Playoffs ist alles möglich»

Squash-Playoffs Morgen Abend (ab 18 Uhr) kämpfen die vier besten Teams dieser Saison in Uster um den Schweizer Meistertitel. Vaduz trifft auf Gastgeber Uster und will trotz seiner Aussenseiterrolle die erste Finalteilnahme seit dem Meistertitel 2012 realisieren.

Es ist wieder Playoff-Zeit. Und das nicht nur im Eishockey, sondern auch im Schweizer Squash-Sport. An diesem Wochenende wird in Uster der Schweizer Meistertitel unter den besten vier Teams der Regular Season ausgemacht. Zu diesen gehört auch in diesem Jahr das Herren-Team des SRC Vaduz, welches sich als Dritter souverän für das Finalturnier qualifizieren konnte. Nun geht es morgen im Playoff-Halbfinale gegen Gastgeber Uster um den Einzug ins grosse Finale.

In der jüngeren Vergangenheit war der SRC Vaduz beim Playoff-Finalturnier in Uster fast schon Stammgast. Die Vaduzer verpassten

das Turnier der besten Vier einzig in der Saison 2015/16. Allerdings vermochte das Team um Spielertrainer Davide Bianchetti nie richtig zu reüssieren. Seit der Saison 11/12 und dem zweiten Schweizer Meistertitel in der Klubgeschichte verpasste man bei jeder Playoff-Teilnahme das Finale.

Und die Durststrecke der Vaduzer dürfte auch in diesem Jahr kein Ende finden. Das, weil der SRCV im Halbfinale auf Gastgeber Uster, welches gemeinsam mit Grabs als Anwärter auf den Titel gilt, trifft. «Es wird morgen ganz schwer werden für uns. Es müsste alles für uns laufen, damit wir ins Finale einziehen», sagt Spielertrainer Davide Bianchetti.

Doch Playoff-Spiele im Squash haben ihre eigenen Gesetze und auch gegen das stärker einzustu- fende Team aus dem Zürcher Oberland sind die Vaduzer nicht chancenlos. Auf Position eins duelliert sich Vaduz-Ausländer Jens Schoor mit seinem Landsmann Raphael Kandra. «Kandra ist zur Zeit auf dem Zenit seiner Karriere und die Nummer 14 der Welt. Er hat einen extremen Lauf und wird kaum zu bezwingen sein», sagt Roger Baumann. Auch Vaduz-Trainer Bianchetti sieht nur geringe Chancen für den SRCV auf dieserPosition. «Für Jens wird

es ganz schwer, aber man weiss nie. Bei den Playoffs kann viel passieren.» Auf Position zwei sieht die Ausgangslage etwas anders aus. Dort trifft Routinier Bianchetti auf den 16 Jahre jüngeren Portugiesen Rui Soares. Während der Italiener seinen jüngeren Konkurrenten im Vorteil sieht, macht Baumann den Vaduzer Anhängern Hoffnung. «Passt auf Davide auf. Er hat zuletzt stark trainiert und daher traue ich ihm sehr viel zu. Er hat ein Gefühl für den Squash-Sport, das nur ganz we- nige Spieler haben, und wenn er in einen Lauf kommt, kann er fast jeden Gegner bezwingen.» Wiederum eine klare Angelegenheit dürfte das Duell auf Position drei sein. «Roger spielt gegen Robin Gadola, welcher zur Zeit einer der besten Spieler der Schweiz ist. Es wäre eine Überraschung, wenn Roger dagegen hal- ten könnte», erklärt Bianchetti. Dafür hofft der Italiener auf einen Exploit von Michel Haug auf Position vier. «Eventuell spielen sie nicht mit Mathis, sondern mit Joel Siewerdt. Dies wäre für uns besser, da Mathis etwas stärker einzustufen ist. Aber egal gegen welchen Gegner, ich traue Michel zu, dass er sich in diesem Spiel den Sieg holt.»

Mit etwas Glück und einer sehr starken Tagesform könnte es für die Vaduzer also endlich wieder einmal mit einer Final-Teilnahme klappen. «Diese Möglichkeit besteht, aber das Spiel um Platz drei ist aus meiner Sicht realistischer», so Bianchetti. Dort würde man, wenn alles nach Papierform läuft, auf den letztjährigen Meister aus Sihltal treffen. Die Zürcher haben zwar mit Nicolas Müller einen Super-Star in ihren Reihen, doch vor allem auf den Positionen drei und vier sind sie etwas schwächer besetzt als die übrigen drei Mannschaften. «Nici Müller und Dimitri Steinmann sind auf Position eins und zwei fast unschlagbar. Doch gegen sie könnte man theoretisch einen Satz gewinnen. Und wenn Roger und Michel ihre Duelle auf den Positionen drei und vier mit 3:0 gewinnen können, dann ist uns Platz drei sicher», erklärt Bianchetti die Ausgangslage für das potentielle Spiel um Platz drei am Samstag.

Im Finale sieht der italienische Spielertrainer der Vaduzer den Nachbarn aus Grabs als grossen Favoriten. «Da Uster wohl nur am Freitag auf Kandra zählen kann, wird Grabs leichtes Spiel haben. Mit Kandra könnte es zu einem hart umkämpften Duell kommen, das auf beide Seiten kippen könnte», so Bianchetti.

(Quelle: Liechtensteiner Vaterland, 4. April 2019)

Klare 0:4-Auf­takt­nie­der­lage für Liechtenstein

Für Liechtensteins Squash-Nationalmannschaft gab es an der Team-Europameisterschaft der Division III in Lissabon (POR) im Startspiel einen Dämpfer. In der Gruppe C mussten sich David Maier und Co. der Ukraine klar geschlagen geben.

Nach Rang 14 im Vorjahr im lettischen Riga haben sich die FL-Squa­sher an der diesjährigen Team-EM der Division III in Lissabon einiges vorgenommen. Aber gleich zum Auftakt gab es in der Gruppe C eine doch empfindliche Niederlage. Die Ukraine, die im Vorfeld als härtester Konkurrent eingestuft wurde, war eine Nummer zu gross und siegte 4:0. «Die Osteuropäer stellen ein starkes Team, dass schon in Riga mit Rang drei überzeugen konnte, aber wir wollen voll dagegenhalten und sind nicht chancenlos», sagte Peter Maier im Vorfeld. Doch die Ukraine erwies sich als zu stark. «Ehrlich gesagt, waren sie insgesamt besser als erwartet. Vor allem im physischen Bereich hatten sie klare Vorteile», so Peter Maier, der auf der Position 4 gegen Artur Sikora mit 0:3 unterlag. Gleiches galt auch für Marcel Rothmund auf der Postion 3. Der Routinier, der nicht ganz fit angetreten war, verkaufte sich zwar teuer, zu einem Satzgwinn reichte es gegen Kostiantyn Rybalchenko aber nicht. Wesentlich enger verliefen die Partien auf den Positionen 1 und 2, wo sich die Liechtensteiner Punktgewinne ausrechneten. Doch David Maier (1) und Patrick Maier (2) mussten sich Valerii Fedoruk bzw. Yaroslav Bagan jeweils 2:3 geschlagen geben. «Beide waren nah dran, schluss­endlich reichte es aber nicht», so Peter Maier.

Wollen die FL-Squasher im Verlaufe der Europameisterschaft noch um die vorderen Plätze mitspielen, muss der zweite Gruppenrang her. Daher zählen heute gegen Gibraltar (11 Uhr) und Luxemburg (18.30 Uhr) nur Siege. «Nun müssen wir zweimal gewinnen, da führt kein Weg vorbei. Ich bin aber guter Dinge, dass wir das auch realisieren können», gibt Peter Maier die Marschroute für den zweiten EM-Tag vor.

  • Position 1: Valerii Fedoruk –David Maier 3:2 (11:5, 6:11, 11:4, 10:12, 11:9)
  • Position 2: Yaroslav Bagan – Patrick Maier 3:2 (11:9, 11:5, 10:12, 5:11, 11:2)
  • Position 3: Kostiantyn Rybalchenko – Marcel Rothmund 3:0 (12:10, 11:9, 11:6)
  • Position 4: Artur Sikora – Peter Maier 3:0 (11:5, 11:5, 11:5)

(Quelle: Liechtensteiner Volksblatt, 4. April 2019)